Der Weihnachtsmarkt - Eine Odenspieler Geschichte der etwas anderen Art

Lokalanzeiger vom 22.12.2010
Nüchtern betrachtet sind Weihnachtsmärkte völlig veraltet und so überflüssig wie ein Kropf. Folgt man nämlich den ursprünglichen Beweggründen braucht es in Zeiten von Einkaufsmärkten und Co. nun wirklich keine verschneiten Bretterbuden mehr, um die lokale Bevölkerung zu Beginn der kalten Jahreszeit mit winterlichem Bedarf zu versorgen. Und auch keine unförmig verpackten Gestalten mehr in spärlich beleuchteter Nacht, die sich mühsam ihren Weg bahnen durch Schneeverwehungen und Gleichgesinnte auf der Suche nach dem nächstliegenden alkoholischen Heißgetränk, einer Bratwurst oder völlig überflüssigem Steinzeug mit Weihnachtsmotiv. Ein paar Mausklicks würden genügen und nur kurze Zeit später ist lediglich der weite Weg zur heimischen Wohnungstür die letzte Barriere zum höchst persönlichen Objekt der vorweihnachtlichen Begierde. Bestpreisgarantie und 14 Tage Rückgaberecht inklusive. Die mitunter höchst unbefriedigende Belieferung durch einen unrasierten älteren Herrn auf Rentierschlitten durch den Kamin ist klarer Schnee von vorgestern.
Odenspieler WeihnachtsmarktAlle Jahre wieder folgen Menschen mit strahlenden Augen, roten Nasen und lächelndem Gemüt dem Ruf der Weihnachtsmärkte. Um das zu verstehen muss man auf dem Odenspieler Weihnachtsmarkt gewesen sein und sich einlassen auf eine emotionale Entdeckungsreise der besinnlicheren Art. Denn wenn eine watteweiße Schneedecke wohltuende Ruhe erzwingt und gleichzeitig spirituelle Überlieferungen ein Innehalten einfordern, hat der alltägliche Stress Sendepause und so mancher Auswanderer fröstelt unter karibischen Palmen beim wehmütigen Gedanken an warme und winterlich weiße Weihnacht an einem Ort wie Odenspiel, Gemeinde Reichshof, Oberbergischer Kreis, Germany.
Odenspieler Weihnachtsmarkt